Beton Light

Textilbeton - ein Sonderforschungsbereich an der TU Dresden


Beton kannten schon die alten Römer. Beton war der Baustoff des 20. Jahrhunderts. Ein Großteil unserer bebauten Umwelt besteht aus Beton. Doch im Beton schlummert ein Problem: der Stahl, der die Zugkräfte aufnimmt, ist korrosionsanfällig, das heißt er kann rosten. Um die Stahlstäbe vor Korrosion zu schützen, müssen diese dick mit Beton ummantelt werden, selbst wenn das aus statischen Gründen nicht nötig wäre. Das macht Bauteile aus Beton so schwer und unhandlich.

In den nächsten Jahrzehnten müssen in Deutschland Millionen von Betongebäuden saniert werden. Dazu muss ein Baustoff gefunden werden, mit dem Beton kostengünstig und modern saniert werden kann. Die heißt konkret: Was macht den Universalbaustoff leichter, flexibler und leistungsfähiger?

Ein Forscherteam an der TU Dresden hatte dazu eine visionäre Idee: Textilbeton! In den Beton wird statt Stahl hochfestes AR-Glas- oder Karbonfasergewebe eingelegt, um Zugkräfte aufzunehmen. Diese Gelege rosten nicht, also kann die Dicke und damit auch das Gewicht des umgebenden Betons erheblich reduziert werden. Bauteile oder Verstärkungsschichten werden viel leichter und gleichzeitig leistungsfähiger. Es entstehen dünne, hochfeste Betonstrukturen. Hier scheint der optimale Baustoff zur Betonsanierung entdeckt worden zu sein. Anders als der Stahlbeton ist der Verbund aus Beton und Glasfaser leicht formbar - geschwungene und komplizierte Formen werden machbar.

Aber wie so häufig ist es allein mit der guten Idee nicht getan, auch hier liegt der Teufel im Detail und es sind viele Schritte, die zum Beton Light führen. Die innovativen Fähigkeiten des neuen Baustoffs entstehen durch viele Einzelkomponenten, deren Zusammenspiel genau analysiert werden muss. Welche Fasern, welche Beschichtungen sind optimal für den neuen Verbundwerkstoff Textilbeton?

Aber fest steht schon jetzt: Der neue Beton bietet neue Einsatzmöglichkeiten: Von Möbeln in überraschendem Design bis zu ausdruckstarken Kunstwerken, von Verstärkungen sanierungsbedürftiger Hallendächer bis zu dem Bau neuer, nur wenige Zentimeter dicker Brücken.

Kamera und wissenschaftliche Betreuung: Ulrich van Stipriaan, Silke Scheerer
Studenten: Ralph Küchler, Pia Reuter
 
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Forschungsgebiete Universitäten Standorte Zeitraum der Berichterstattung