Porträt

Prof. Dr. Frauke Kraas


Der Mensch ...
Frauke Kraas wurde 1962 in Lüdenscheid/Westfalen geboren, wo sie auch Grundschule und Gymnasium besuchte. Von 1981 bis 1987 studierte sie Geographie, Biologie, Ethnologie und Philosophie an den Universitäten Bochum und Münster. Nach zwei Jahren als Wissenschaftliche Assistentin an der Universität Münster wechselte sie 1989 an die Universität Bonn.

In ihrer Promotion (1991) untersuchte sie aus sozialgeographischer Perspektive die Probleme der Peripherisierung der rätoromanischen Minderheit in der Schweiz. In ihrer Habilitation (1996) standen Fragen der Entwicklungsdynamik und Regierbarkeit der Megastadt Bangkok im Vordergrund. Seit 2000 forscht und lehrt sie als Professorin für Stadt- und Sozialgeographie an der Universität zu Köln. Frauke Kraas ist mit dem Geographen Jörg Stadelbauer verheiratet und hat drei Kinder.

... und ihre Idee
"Bereits als Schülerin haben mich Fragen der Entwicklung von Natur und Gesellschaft fasziniert und es war für mich früh klar, Wissenschaftlerin werden zu wollen. Mit der Teilnahme am Bundeswettbewerb "Jugend forscht" konnte ich als Schülerin bereits Verbindung zur Forschung aufnehmen; meine erste kleine Veröffentlichung erschien zum Abitur. Die Wahl meiner Studienfächer war schnell klar, und das Angebot einer studentischen Hilfskraftstelle im dritten Semester ließ mich bald in den Wissenschaftsbetrieb "hineinwachsen".

Mich haben immer speziell die interdisziplinären Fragen der Dynamik und Organisation von Gesellschaften und Städten sowie das Wechselspiel zwischen Mensch und Natur fasziniert. Mit Blick auf die Megastädte wollte ich wissen und verstehen, welche Prozesse darin und warum sie stattfinden? Welche Motoren und Akteure stehen dahinter und wie kann man die Dynamiken verändern? Wie leben die Menschen unterschiedlicher Einkommensgruppen? Wie kann die Versorgung der Städte und Bevölkerungen gesichert werden? Welche Bedeutung besitzen diese megaurbanen Regionen für Gegenwart und Zukunft der Menschheit – und wie kann man sie nachhaltiger gestalten?"

... über ihre Arbeit
"Wissenschaftliche Neugier, das Verstehen für Prozesse sowie das Nachdenken über Lösungen von Fragestellungen und Problemen halte ich für ausgesprochen kreative Arbeiten. Mich begeistert das selbstbestimmte und gemeinsame Arbeiten in interdisziplinären, internationalen, teilweise auch interkulturellen Forschungsteams, in denen die oft sehr unterschiedlichen Sicht- und Verstehensweisen ausgetauscht werden müssen. Unerlässlich ist dafür die Arbeit vor Ort, die direkte Beobachtung, Kartierung, Analyse und Befragung in den Megastädten selbst, ohne die ein verstehender Zugang zu der enormen Vielschichtigkeit der Phänomene, Probleme und Prozesse nicht möglich wäre. Auch die universitäre Kombination von Forschung, Lehre und Anwendungspraxis empfinde ich als ebenso sinn- wie anspruchsvoll. Für mich standen und stehen wissenschaftliche Neugier, Passion für wissenschaftliches Erkennen und der Wunsch, hoffentlich zu positiven Veränderungen beitragen zu können, an erster Stelle".
 
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Forschungsgebiete Universitäten Standorte Zeitraum der Berichterstattung