Duck Stop Bodensee

260.000 Wasservögel auf Nahrungssuche



Ein Blässhuhn nistet am See.  Foto: Universität Konstanz
Bis zu einer viertel Million Wasservögel überwintern am Bodensee, wie monatliche Zählungen im Winterhalbjahr gezeigt haben. So viele Vögel brauchen natürlich auch eine Menge Nahrung und daher spielen die Wintergäste im Ökosystem Bodensee eine bedeutende Rolle. Beispielsweise sind im Winter bis zu einer Tiefe von zwei Meter kaum noch Armleuchteralgen zu finden, da sie an manchen Stellen fast komplett von den Wasservögeln gefressen werden. Armleuchteralgen sind weltweit verbreitete, sehr urtümliche Wasserpflanzen, die zu den Grünalgen gezählt werden und weite Bereiche des Bodensees flächig besiedeln. Von einigen Vogelarten, die am Bodensee überwintern – wie z.B. Blesshuhn, Kolbenente und Reiherente – bleiben allerdings auch einige Tiere zur Brutzeit und im Sommerhalbjahr am See. Schließlich versammeln sie sich nach der Brutzeit an geschützten Stellen zur Mauser. Während der Mauser, bei der die Wasservögel ihre Federn erneuern, sind sie flugunfähig. Dabei verstecken sie sich häufig tagsüber im Schilf am Uferrand. Sie müssen daher an den Stellen, an denen sie Schutz vor Räubern suchen, auch genügend Nahrung im Wasser finden.

Eines der Ziele dieses Forschungsprojektes ist es daher, neben den Untersuchungen an überwinternden Wasservögeln, erstmals darzustellen, wie die Nahrung unter diesen Vögeln während des Sommers aufgeteilt wird und wie sich dies auf das Gesamtökosystem des Bodensees auswirkt. Die Forscherinnen und Forscher beschäftigen sich dabei mit Fragen wie: Ändert sich die Zusammensetzung der Nahrung im Jahresverlauf? Welche Nahrungspräferenz haben einzelne Arten? Gibt es Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Tieren?

Um diese Fragestellungen zu untersuchen, werden eine Reihe unterschiedlicher Methoden verwendet: z.B. Analyse stabiler Isotope, Magen- und Kotanalysen und Durchführung von Versuchen mit Fraßschutzkäfigen. Dann werden die Daten aus verschiedenen Jahreszeiten verglichen, z.B. aus Brut-, Mauser- und Wintersaison. Die Forscher erwarten, dass sich die Ernährungsvorlieben der verschiedenen Vogelarten unterscheiden und dass sie daher im Jahresverlauf unterschiedliche Fraßplätze aufsuchen und unterschiedliche Nahrungsquellen nutzen. Eine andere Vermutung ist, dass männliche und weibliche Vögel unterschiedliche Vorlieben haben. Welche Wirkung der Fraßdruck der Wasservögel auf die Bestände der Wasserpflanzen des Bodensees hat, ist ebenfalls Gegenstand dieses Forschungsprojektes.

Das Projekt ist Teil des Sonderforschungsbereichs 454 „Bodenseelitoral“ der Universität Konstanz und ist von August 2007 bis Juni 2010 terminiert.
Projektmitarbeiter: Dr. Petra Quillfeldt (Projektleitung), Dr. Hans-Günther Bauer (Projektleitung); Anja Matuszak (Doktorandin)






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